Landesliga West – So lief die Hinrunde

Landesliga West – So lief die Hinrunde

 

| Der SFV Nossentiner-Hütte bestimmt das Geschehen in der Landesliga West. Stabilisiert im Gegensatz zu den vorherigen Spielzeiten hat sich die SpVgg Cambs-Leezen. Ganz unten dürfte es vor allem für die SG Carlow sehr schwierig werden, den Klassenverbleib noch zu schaffen. Ein unbezwungener Spitzenreiter, Teams, die sich nach Fehlstart aus der Abstiegszone gekämpft haben und Mannschaften, die erst spät ins Rollen kamen – das brachte die Hinrunde in der Fußball-Landesliga West. Der SPORTBUZZER hat noch einmal auf das Geschehen nach den ersten elf Spieltagen zurückgeblickt. |

 

Ungeschlagene Überflieger

Unangefochten führt der SFV Nossentiner-Hütte (1. Platz/29 Punkte) die Tabelle der Landesliga West an. Es ist das Resultat einer bockstarken Hinrunde, die die Kicker von der Mecklenburgischen Seenplatte hingelegt. In ihrem zweiten Landesliga-Jahr könnte den noch ungeschlagenen Rot-Weißen der ganz große Wurf gelingen. Vor der Saison wurde mit Transfers von den oberligaerfahrenen Routiniers Stefan Voß (Malchower SV) und Toralf Schult (SV Waren) für Aufsehen gesorgt. Die meisten geschossenen Treffer und die am wenigsten kassierten Gegentore ligaweit sprechen dafür, dass der SFV vorweg marschiert und schon sieben Zähler Vorsprung auf die Konkurrenz hat. Erst am 8. Spieltag gab es gegen den Lübzer SV (1:1) den ersten Punktverlust für Nossentiner-Hütte. Danach brachte nur noch der PSV Wismar den Favoriten an den Rand einer Niederlage. Für ihre vielen guten Auftritte erhielt die Elf von Trainer Henning Muske viel Lob von einigen Gegnern.

Verfolger muss auf Patzer des Tabellenführers hoffen

Nach vier Siegen in den ersten vier Spielen schien der FC Mecklenburg Schwerin II (2./22) das einzige Team zu sein, das dem Spitzenreiter auf den Fersen bleiben könnte. Danach kam allerdings das direkte Duell gegen den SFV Nossentiner-Hütte, das mit 1:4 auf heimischem Untergrund verloren ging. Die Schweriner U 23 leistete sich anschließend eine kleine Schwächephase mit nur einem Sieg aus drei Partien. Zum Abschluss folgten zwei Siege mit denen die Landeshauptstädter ihren zweiten Rang festigten. Will die FCM-Reserve noch einmal ganz oben angreifen, muss sie in der Rückrunde auf Patzer des SFV hoffen und selber konstant ihre Hausaufgaben erledigen.

Lübzer SV punktet gegen jedes Topteam

Der Lübzer SV (3./19) ist die positive Überraschung in der Landesliga West. Das junge Team von Coach Remo Sahm hat in seiner Entwicklung den nächsten Schritt gemacht. Die Brauereistädter punkteten konstant und verdienten sich so Platz drei zum Hinrunden-Ende. Auffällig: in den Partien gegen die Top-5-Teams blieb der LSV jeweils ungeschlagen, holte acht von zwölf möglichen Punkten. Dafür gab es aber auch Ausrutscher gegen Kellerkinder wie Einheit Crivitz (1:1) oder den SC Parchim (1:2). Nach gutem Start gingen die Lübzer mit einer Serie von fünf sieglosen Partien in die Winterpause. Trainer Remo Sahm stimmt die Entwicklung seiner Mannschaft aber positiv, vor allem die gute Trainingsbeteiligung lobt er.

Stabil unterwegs

Nach zuletzt schwierigen Spielzeiten im Abstiegskampf scheint sich die SpVgg Cambs-Leezen (4./18) in der Landesliga West wieder zu stabilisieren. Grund dafür war auch der gute Saisonstart mit zehn Punkten aus den ersten vier Spielen. Auch danach blieben die Kicker vom Ostufer des Schweriner Sees stabil. Sie waren bislang nie schlechter als Rang vier und verloren nur eine Partie (am 9. Spieltag mit 0:2 in Nossentiner-Hütte). Die Cambs-Leezener sind mit sechs Unentschieden die Remiskönige der Liga und haben für ein Topteam mit 15 Treffer verhältnismäßig wenig Treffer erzielt. Nur neun Gegentore sprechen allerdings auch dafür, dass die Spielvereinigung schwer zu knacken ist.

Auswärts noch Luft nach oben

Zwischen Platz drei und sechs ist der Hagenower SV (5./17) in der Hinserie gependelt. Die Westmecklenburger waren mit zwei Siegen gut in die Saison gekommen, danach schwankten die Auftritte. Nach nur einem Sieg aus den fünf folgenden Ligaspielen und dem Pokal-Aus gegen Oberligist Greifswalder FC (0:6) gab es Mitte Oktober einen Trainerwechsel beim HSV. Auf Dirk Hoffmann folgte der bisherige Co-Trainer Fehim Zulic. Danach holten die Hagenower sieben Punkte aus den verbleibenden vier Hinrundenbegegnungen. Luft nach oben hat die Zulic-Elf vor allem in den Auswärtsspielen (nur vier Punkte in fünf Partien).

Leistungsschwankungen bei junger PSV-Elf

Trainer Marco Rohloff vom PSV Wismar (6./14) hätte seine Mannschaft gerne ein paar Ränge weiter vorne gesehen. Vor allem mit dem Hintergrund, dass der Abstand zur Abstiegszone nur vier Punkte beträgt. Die Wismarer haben ihr Team in den vergangenen beiden Jahr stark verjüngt und einige Talente aus dem eigenen Nachwuchs hochgezogen. Leistungsschwankungen sind da mit inbegriffen. Gute Auftritte wie gegen Spitzenreiter SFV Nossentiner-Hütte (1:1) stehen schwache Darbietungen wie in Polz (1:3) oder gegen Ludwigslust/Grabow (0:2) gegenüber. Einige späte Gegentreffer verhinderten, dass der PSV mehr als die bisherigen 14 Punkte einfuhr. In der Rückrunde wollen die Wendorfer stabiler auftreten, um nicht noch in Abstiegsgefahr zu geraten.

Polzer kämpfen sich nach Fehlstart unten raus

Den Auftakt in die Saison vergeigte der SV Blau Weiß Polz (7./14) mächtig. Nach vier Niederlagen fand sich der ehemalige Verbandsligist (2007 bis 2010) am Tabellenende wieder. Aus der schwierigen Situation kämpften sich die Polzer mit sechs ungeschlagenen Spielen heraus. Damit katapultierten sich die Blau-Weißen zwischenzeitlich sogar auf Rang fünf. Nur durch die 1:4-Niederlage zum Jahresabschluss beim FC Mecklenburg Schwerin II rutschte Polz auf den siebten Platz ab.

Zum Ende ins Rollen gekommen

Die SG Ludwigslust/Grabow (8./14) hatten vor der Saison einige Kenner der Landesliga West weiter oben gesehen. Immerhin ließ das eingespielte Team schon in der Vorbereitung mit guten Ergebnissen gegen die Verbandsligisten FC Anker Wismar (2:2) und SG Aufbau Boizenburg (4:1) aufhorchen. Allerdings brauchte die Mannschaft von Trainer Ricardo Hagedorn etwas, um in Fahrt zu kommen. Nach nur vier Punkten in den ersten sieben Partien ließ Ludwigslust/Grabow im Endspurt der Hinrunde zehn Zähler in vier Spielen folgen. Dadurch platzierten sie sich noch über dem Strich.

Vier Mal ungeschlagen in die Winterpause

Einen schlechten Start in die Spielzeit erwischte auch der SV Plate (9./10). Aus den ersten sieben Partien holten die Plater lediglich zwei Zähler. Der anschließende 2:1-Erfolg bei der SG Carlow wendete das Blatt ein wenig. Der SVP blieb danach noch drei weitere Male ungeschlagen und holte fünf Punkte. Mit vier Zählern Rückstand auf das rettende Ufer ist für die Blau-Weißen im Kampf um den Klassenverbleib noch alles drin. Dafür müssen allerdings auch Punktgewinne gegen Teams her, die ein wenig weiter oben in der Tabelle stehen.

Neuling noch zu unbeständig

Aufsteiger SG Einheit Crivitz (10./10) war bewusst, dass die Saison in der Landesliga West hart werden würde. Es war klar, dass der Neuling in einigen Spielen seine Erfahrungen machen wird. Am 3. Spieltag gelang den Crivitzern der erste Saisonsieg gegen die SG Ludwigslust/Grabow (2:1). Auf den Erfolg wird man genauso gerne zurückblicken, wie auf das 2:1 gegen die SG Carlow. Hinzu kommen vier weitere Unentschieden, unter anderem gegen die Topteams Lübzer SV (1:1) und SpVgg Cambs-Leezen (0:0). Um den Vier-Punkte-Rückstand in der Rückrunde noch aufzuholen, wird von der SG Einheit ein wenig mehr kommen müssen, als die bisherigen zehn eingefahrenen Zähler.

Zu wenig Power vorne

Im Abstiegskampf kennt sich der SC Parchim (11./9) aus. In den vergangenen Jahren ging es für die Parchimer in der Liga um nichts anderes, als um den Klassenverbleib. In dieser Saison fuhr die Elf von Trainer Andreas Nath ausgerechnet nach der abgebrochenen 0:8-Klatsche beim FC Mecklenburg Schwerin II den ersten Sieg ein. In Schwerin hatte der SCP die Partie am 4. Spieltag noch nach einer Stunde wegen zu weniger Spieler aus dem Feld beenden müssen. Eine Woche später folgte mit dem 3:2 gegen die SG Carlow der erste Erfolg. Im weiteren Hinrundenverlauf fehlte den Parchimern aber meistens gerade vorne die Durchschlagskraft. Das stellen nur neun geschossene Tore als schlechtester Angriff der Liga unter Beweis. Um die Liga halten zu können, muss mehr Torgefahr her und die Auswärtsschwäche in den Griff bekommen werden. In fünf Begegnungen auf fremden Plätzen gab es fünf Niederlagen mit einem Torverhältnis von 1:17.

Nach dem Auftaktsieg kam das Unheil

Mit einem 2:1-Auftaktsieg gegen die SG Ludwigslust/Grabow war die SG Carlow (12./4) in die Saison gestartet. Dass es in der Hinrunde der einzige Erfolg bleiben würde, hätten wohl nicht viele im SGC-Lager gedacht. Bis auf ein zwischenzeitliches Remis gegen den Lübzer SV (1:1) hagelte es nur noch Schlappen für die Carlower. Dabei boten sie in einigen Partien engagierte Leistungen. Mit schon zehn Zählern Rückstand und dem Abgang von Mittelfeldspieler Brun Keller (zum FC Schönberg) dürfte sehr schwer werden für das Schlusslicht den Abstieg noch abzuwenden.

Quelle: sportbuzzer.de | Johannes Weber